Wolfacher Kinzigflößer e. V.
Wolfacher Kinzigflößer e. V.

 

 

 

 

Historischer Bericht für 2021   Flößerei in der Schweiz      Deutsche Flößerei-Vereinigung  2021

 

Warum auch immer, so ist bei uns in der Region und auch im allgemeinen Tenor in Sachen Flößerei von der Schweiz recht wenig bekannt. Auch bei den internationalen (europäischen) Treffen findet man die Schweizer bis heute nicht. Das mag auch daran liegen, dass das Vereinsgeschehen und hier besonders das der Flößervereine, sofern sie überhaupt bestehen, nicht so ausgeprägt ist wie bei uns. Allerdings hatten und haben die Wolfacher seit geraumer Zeit Kontakt und freundschaftliche Beziehung zu einem Verein in Aarburg/Schweiz.  

 

Doch es bestehen Drucktechnische, historische Ausarbeitungen aus früheren Jahren. So zum Beispiel von Heinrich Grossmann: „Flösserei und Holzhandel aus den Schweizer Bergen bis Ende des 19. Jahrhunderts“ (Zürich 1972) …. Das Flössen von Holz hat in der Schweiz eine lange Tradition. Im Zuge des Eisenbahnbaus verschwand es Ende des 19. Jahrhunderts. Da die Aare viele Zuflüsse für Holz besitzt wurde hauptsächlich hierauf geflößt. Historisch belegt sind aber auch Fahrten vom Hinter- und Vorderrhein bis an den Bodensee und nach dem Rheinfall bis Basel und von da bis nach Holland.  

 

Den Anfängen des Flösserei lag die Hauptversorgung der Städte mit Holz zugrunde. Holz war für den Fortschritt eines der wesentlichen Elemente. Es ermöglichte den Bau von Siedlungen, Städten, Schiffen, die Nahrungszubereitung und das Wärmen der Hütten und Häuser. Das geflößte Holz wurde somit vornehmlich zum Heizen und Kochen und natürlich als Bau-material verwendet. Der vermehrte Einsatz und Betrieb von Schmelzöfen ab 1750 zur Gewinnung von Eisen ließ den Holzbedarf in der Folge rasant in die Höhe schnellen. Es gab aber auch zuvor immer wieder Ereignisse, die die Nachfrage nach Holz stark ansteigen ließen. So zum Beispiel die rege Bautätigkeit rund um das Konstanzer Konzil (1414-1418), die vermehrte Schifffahrt im Zusammenhang mit der Entdeckung Amerikas oder der Aufbau einer Seemacht durch Holland ab dem 17. Jahrhundert. (Die Flösser, Zürich)   Weitere Flossstraßen in der Schweiz: der Rhein, die Aare, die Limmat, die Reuss, die Emme, im Jura, die Rhone, der Inn

  Eine Interessante Vermarktung lies mich hier aufhorchen: Floßholz von der Schweiz über den Rhein nach Genua?!   Die Einwohner und Bürger der Stadt Zofingen haben im Umkreis ihres Gerichtsstandes einen schönen Wald, welcher sich bis zum Fluße der Aare ausdehnt und welcher geläufig der „Bonwald“ genannt wird; derselbe birgt so schöne und hohe Bäume, wie man große Mühe hätte, gleichartige in ganz Europa zu finden. Auch birgt er so kräftige Tannen, dass sogar manche die Länge von 130 Fuß erreichen» (40 m), «und man kann selbige bis auf 110 Fuß Länge verwerten. Die Genuesen kommen aus ihrem Land bis dorthin, um die Bäume dieses Landes anzukaufen, welche sie dann durch den Fluss der Aare bis zum Rhein, und vom Rhein bis zum englischen Meer flössen, und von da zum spanischen Meer, bis endlich durchs Mittelländische Meer nach Genua verschiffen und daraus Schiffsmäste machen. Man findet wohl ebenso hohe Tannen im Schwarzwald, aber jene sind viel fetter, und aus diesem Grunde nicht von so langer Lebensfähigkeit wie jene von Zofingen»  

 

  Weitere schriftlich Aufzeichnung bestehen in Sachen Flößer vom Schwarzwald (1829) Versuch von deutschen Flößern vom Schwarzwald aus in Richtung Rhein (Schweiz) Flößerei zu betreiben. (S.19 Grossmann)   Offenbar lebte dieser Holzverkehr von Zeit zu Zeit wieder auf. So hat die Flößergemeinschaft Wolber, Vayinger & Co in Wolfach/Kinzigtal, später Stühlingen, im Jahre 1829 die Wutach bis zum Rhein zu korrigieren begonnen und bereits „Holländerholz“ in Stühlingen bereit-gestellt. Sie wollte man auch 1827 und 1833 die Rheinhindernisse sprengen. Sie beab-sichtigten aus einem größeren Gebiet des Schwarzwaldes Holz an den Rhein zu liefern.

 

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